Österreich – geht es denn noch komplexer?

Die Landessprache von Österreich ist eine spezielle Form der deutschen Sprache. Nun gut, dass wissen die meisten. Was jedoch oftmals unterschätzt wird, ist die Tatsache, dass Deutsch eine der schwierigsten Sprachen der Welt ist. Alleine schon bei uns in Österreich sind neun verschiedene Dialekte verbreitet; jeder von ihnen mit einigen individuellen speziellen Begriffen, die man in einem anderen Bundesland kaum bis gar nicht kennt. (Und dabei ist das Hochdeutsch aus Deutschland, sowie das Schweizerdeutsch nicht berücksichtigt.)

Österreichisch für Anfänger: einfache zu lernende Grundlagen
Österreichisch für Anfänger: einfache zu lernende Grundlagen

Außerdem ist Deutsch sehr verbreitet: Selbst in den USA zählen South und North Dakota zu den Gebieten, an denen Deutsch die zweithäufigste Sprache ist. Außerdem wird in Teilen Frankreichs, Zentralasien und im südlichen Teil Afrikas ebenso Deutsch gesprochen.

Doch was ist am österreichischen Deutsch so faszinierend?

Ganz einfach. Uns versteht jeder Deutschsprachige, aber wir Österreicher haben mit dem Verständnis der Schweizer oder der Berliner manchmal so unsere Probleme. Und was sagt uns das? Wer das österreichische Deutsch beherrscht, beherrscht jedes Deutsch. Aber nichts desto Trotz ist es lediglich eine Ableitung der hochdeutschen Sprache aus dem früheren Germanien.

Die Dialekte

Vom Neusiedler- bis zum Bodensee gibt es einige Begriffe, die teilweise ident, teilweise aber auch völlig anders geschrieben und gesprochen werden. Als kleines Beispiel und zur Veranschaulichung halten wir uns an die beiden Begriffe „zuhören und machen“.

Hör zu

 

Region Österreichische Aussprache
1 Burgenland Lous hea!
2 Wien Huach zua!
3 Niederösterreich Hör zu!
4 Salzburg Los zua!
5 Vorarlberg Lous amol zui!

 

Machen

 

Region Österreichische Aussprache
1 Burgenland gschäft’n
2 Wien tuan
3 Niederösterreich machn
4 Salzburg moch’n
5 Vorarlberg macha

 

Die klassische Begrüßung

Neben dem allseits gängigen Hallo, guten Morgen, guten Tag, guten Abend und gute Nacht gibt es in Österreich noch einige weitere Grußformen:

  • Servus (eher in ländlicheren Gebieten, wie im Bundesland Salzburg, Tirol oder Vorarlberg)
  • Griaß di („Grüß dich, eine personalisierte Form von „Grüß Gott“, ist österreichweit überall gebräuchlich)
  • Pfiat di (oder „Pfiat di Gott“, ist ein Abschiedsgruß gegenüber jemanden, den man gut kennt)
  • Dere (oder „Habe d’Ere“, bedeutet so viel wie „Ich habe die Ehre“ und zählt als Begrüßung unter Jugendlichen)
  • Tschüss (ein allgemeiner Abschiedsgruß, meist unter Freunden, Verwandten und Kollegen)

In der Grenznähe zur Schweiz ist auch bei uns das „Hoi“ ein angewandter Gruß.

Hinsichtlich des Smalltalks variieren die verschiedenen Ausdrücke österreichweit ziemlich stark. Während in Niederösterreich vermehrt nach der Schrift gesprochen wird, ist der vorarlbergerische Dialekt ein wenig vom Schweizerdeutschen geprägt. Auch in Tirol sind das typische „Sch“ und das kratzig gesprochene „Ch“ keine Seltenheit.

 

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Österreichische Dialektwörter, die man mal gehört haben muss

 

Österreichisch Deutsch
1 Häferl Tasse
2 Kukuruz Mais
3 Hetschebetsch Hagebutte
4 Russe marinierter Hering
5 Powidl Zwetschgenmarmelade (wenn ein Österreicher jedoch sagt „Es ist mir powidl“, dann bedeutet dies „Es ist mir Wurscht“ bzw. „Es ist mir egal“.)
6 Zuckerl Bonbon (in Vorarlberg: Bönnele)
7 Palatschinke Pfannkuchen
8 Pfiff ein kleines Glas Bier
9 Knödel Kloß
10 Kracher Limonade
11 Blunz’n Blutwurst

 

Der allgemeine Sprachgebrauch der Österreicher

Wir Ösis haben von Bundesland zu Bundesland stets verschiedene Mentalitäten. Während die Wiener als mürrisch, nörgelnd und stets unzufrieden gelten, sind die Vorarlberger als offenherzig und empfangend bekannt. Demnach gibt es einige Dinge, auf die man bei der Unterhaltung aufpassen sollte:

Wien

Ja, Wiener sind in der Tat überwiegend genervt, mürrisch und haben oft einen tiefen Humor. Wer kennt ihn denn nicht, den Verkörperer des „echten Wieners“: Karl Meerkatz in seiner Rolle als Edmund „Mundl“ Sackbauer. Der Charakter ist aber bitte nicht zu verwechseln mit Unfreundlichkeit! Er mag zu Beginn abschreckend wirken, doch das ist die Persönlichkeit, die das Bundesland und die Landeshauptstadt Wien prägt. Für nach Wien Reisende gilt also: Kommt mit dem Humor zurecht, wenn ihr nicht überwiegend skeptisch beäugt werden wollt.

Die Hauptstadt Österreichs: Wien
Die Hauptstadt Österreichs: Wien

Burgenland

Burgenländer sind sehr rechthaberische Persönlichkeiten. Kommt man ihnen mit einem „Aber“, oder einer Aussage, die das Gegenteil von ihrem Argument beweisen soll, so finden sie garantiert immer eine Erklärung für die Richtigkeit ihrer Sichtweise. Und wenn einmal nicht, dann sind sie ziemlich schnell mal beleidigt, also Vorsicht ist geboten! Im Gegensatz dazu freuen sie sich aber, wenn man ihnen Fragen stellt, und sie mit dem Wissen von einer bestimmten Angelegenheit gebraucht werden.

Niederösterreich

Sie stellen den kompensierenden Ausgleich da und sind das Bindeglied zwischen der Großstadtmetropole und dem restlichen, eher ländlichen Staat. Niederösterreicher kommen eigentlich mit jeder Mentalität Österreichs gut aus; die reschen Wiener sind sie bereits gewohnt und die Bauernhöfe auf dem Land empfangen sie meist voller Freude über die Freundlichkeit. Niederösterreicher sind komott im Umgang, lassen sich für vieles begeistern und wären sich gerne die Geschichten von Touristen an.

Salzburg

Die Heimat Mozarts macht Salzburger zu stolzen Bewohnern ihres Bundeslandes. Wenn man sich als Tourist mit einem Salzburger unterhält, so wird man zu 100% mit dem Thema Mozart und Musik konfrontiert. Sie vermitteln gerne ihr Wissen weiter, sprechen über ihre Kultur, sind aber auch aufgeschlossen für Erzählungen ihres Gegenübers. Salzburger sind mitunter aber bekannt dafür, ein Problem mit den Wienern zu haben. Sie glauben, dass sich der Wiener für etwas Besseres hält, und demzufolge auch immer alles besser weiß.

Steiermark

Hier lebt man sprichwörtlich im grünen Herzen Österreichs; die Steiermark bietet flächenmäßig die meisten Wald- und Naturgebiete, weshalb sie besonders einladend ist. Darauf sind die Steirer besonders stolz. Wer behauptet, er habe in der Steiermark keine schöne Zeit verbracht, oder die Gegend nicht genossen, der bricht dem gebürtigen Steirer damit unwissentlich sein Herz. Steirer sind ausgerichtet auf Touristen und stets bemüht, ihnen den schönsten Aufenthalt zu ermöglichen. Sie sind die Profi-Gästebetreuer auf ganzem Gebiet. Am besten immer die Gastfreundschaft bestätigen und annehmen, dann ist man auf der sicheren Seite.

Kärnten

Kärntner spalten sich recht stark und sind besonders vielschichtig; die einen sind mehr Arbeitstiere, die sich auch in Großstädten sehr wohl fühlen können, wieder andere bleiben vorzugsweise am bäuerlichen Elternbetrieb und leben die Landwirtschaft. Ähnlich der Steiermark ist auch Kärnten vor allem an der Gästewirtschaft beteiligt, besonders an der Grenznähe zu Italien erkennt man überwiegend die Offenheit. Allein aus diesem Grund sind viele Kärntner (und beispielsweise auch die Ortstafeln) in mehreren Sprachen anzutreffen.

 

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Vorarlberg

Der kleinste Winkel, aber die größten Herzen. Vorarlberger sind die größten Patrioten im Lande. Sie selbst schwärmen davon, dort zu leben, wo andere Urlaub machen und außerdem stehen ihnen durch die Grenznähe zur Schweiz, nach Deutschland und Liechtenstein wirklich alle Türen offen. Zwar betrachten sie Zuwanderer aus anderen Bundesländern anfangs als „Ausländer“, doch einmal ins Gespräch gekommen (vorausgesetzt, man legt Wert auf Kommunikation ud Socializing), schließen sie einen sofort ins Herz. Vorarlberger sind vor allem bekannt für ihre traditionelle Lebensweise hinsichtlich dem Häuserbau und der Familienplanung.

Tirol

Sie sind besonders wetter- und auch trinkfest, vor allem in den Wintermonaten. Der Wintersport wurde ihnen quasi in die Wiege gelegt. Durchreisende erleben keine Zugfahrt, in der sie nicht mindestens einer Gruppe von Skifahrern begegnen, die gerade dabei ist, sich auf das Aprés-Ski vorzubereiten.

Außerdem stehen Tiroler gerne im Mittelpunkt. Womit sie jedoch nicht klarkommen sind Verallgemeinerungen und Vorurteile. Sie gelten demzufolge als recht misstrauisch und anfangs eher introvertiert.

Wandern in den Tiroler Bergen
Wandern in den Tiroler Bergen

Oberösterreich

Das Bundesland ist geprägt von Bauern- und Reithöfen. Es ist das Bundesland der Frischluft und Natur, der liebherzigen Gemüter und Frohnaturen. Auch Oberösterreicher sind bekanntlich froh darüber, zu leben wo sie leben, sind ehrlich und direkt, und das ganz ohne Reue. Wenn sie jemanden nicht mögen, sagen sie es ihm oder lassen es ihn spüren. Zudem sind diese Leute leidenschaftliche Wien-Gänger: nicht selten kommt es vor, dass ein Oberösterreicher in Wien mehr Connections aufbaut, als in seiner eigenen Heimat.

Deutsch ist Deutsch – auch mit Akzent

Egal von wo aus man nach Österreich kommt, gewisse Grundzüge der deutschen Sprache versteht man überall im Land.

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Österreichisch zu lernen ist nicht schwer
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  • Könntest du mir einen Gefallen tun?
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  • Was wäre, wenn …?

Das scharfe S: ß

In Deutschland ist es bekannt, in der Schweiz möglicherweise auch, wird jedoch in der Rechtschreibung nicht aktiv gebraucht. Im Österreichische verwendet man das scharfe ß, um einen lang gesprochenen Vokal zu kennzeichnen:

  • das Maß
  • der Ruß
  • die Soße (auch Sauce)
  • bloß
  • Buße
  • schießen
  • Floß
  • Fuß
  • Schweiß
  • Äußerung

Der wichtige Abschluss

Doch auch für die österreichische Sprache gilt: Bei all den Wörtern, Phrasen und anderen Kommunikationsformen, ist ein stures Auswendiglernen vielleicht der erste Schritt in die richtige Richtung, doch wirklich von Erfolg gekrönt ist das Erlernen der Sprache nur (wie auch in anderen Fällen), wenn man die Möglichkeit hat, diese auch laufend zu praktizieren. Ideal eignet sich dazu beispielsweise ein Auslandssemester im Rahmen eines Studiums oder gar ein Umzug aufs Lebenszeit.

Österreichisch lernen mit Freunden macht doppelt Spass!
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Österreichisch für Anfänger

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